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Leichlingen: Stadt wählt einen neuen Integrationsrat

Rund 3500 Wahlberechtigte mit Migrationshintergrund entscheiden über die neue Zusammensetzung des Integrationsrates.

Dem Gremium gehören aktuell 15 Personen an. Zehn Vertreterinnen und Vertretern der Leichlinger Migrantinnen und Migranten wurden direkt gewählt. Dazu kommen fünf Mitglieder des Rates. Der Integrationsrat ist zentraler Ansprechpartner der Ratsmitglieder in Fragen der Chancengerechtigkeit, Teilhabe sowie Integration und Migration.

Für Migrantinnen und Migranten ist der Integrationsrat von großer Bedeutung. Er ist für viele Menschen mit ausländischen Wurzeln die einzige Möglichkeit, die Möglichkeiten direkter politischer Teilhabe wahrzunehmen. Viele dieser Migrantinnen und Migranten sind schon lange Jahre in die Leichlinger Gesellschaft integriert.

Die Wahl am Sonntag wird die Zusammensetzung des Integrationsrates verändern. Einige Listen, die bisher mit Sitzen in dem Gremium vertreten waren, haben keine Kandidatinnen und Kandidaten aufgestellt. Andere Gruppen sind neu dazugekommen.

Keine Wahlaufrufe zum Integrationsrat

Die Unterstützung der im Rat vertretenen Parteien anlässlich der Wahl zum Integrationsrat fiel sehr zurückhaltend aus. Die Kandidatinnen und Kandidaten für die Vertretung der Migrantinnen und Migranten wurden weder zum 2. Leichlinger Speed-Debating eingeladen, noch gab es Aufrufe der Parteien, zur Wahl zu gehen. Die wäre umso wichtiger gewesen, weil sich auch eine rechts orientierte Partei zur Wahl stellt.

Kritik am Wahlmodus

Nach den Bestimmungen der Wahlordnung zum Integrationsrat kann jeder als Kandidat antreten, sofern er damit einverstanden ist. Das entspreche aber nicht dem Sinn einer Interessenvertretung, die ausschließlich für Migrantinnen und Migranten bestimmt sei, kritisierte Önder Balkaya. Ebenso sei es nicht verständlich, dass Migrantinnen und Migranten nicht automatisch zu den Wahlberechtigten gehörten.

Auch bei der Ermittlung der Sitzverteilung müsse nachgebessert werden, so Önder Balkaya. Der jetzige Modus lasse zu, dass Einzelbewerber mit starkem Stimmenanteil mehrere Sitze im Integrationsrat zugeteilt bekommen. Die könnten dann aber nicht besetzt werden, was die Gesamtteil der Mitglieder verringere und das Gremium insgesamt schwäche.

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